03.April 2008
Von: Bärbel Kerber
Auweia – wenn das stimmt....
Die Maischberger-Runde der „Chaosfrauen“ habe wenig ausgesagt, wichtige Fragen ausgeklammert und alte Klischees bestätigt - steht hier.
Es war der 1.April und diskutiert werden sollte die Frage:"Sind Frauen weniger wert?" Auch andere hätten am liebsten ausgeschaltet.
Ich habe es leider nicht selbst gesehen – deshalb an alle, die die Sendung verfolgt haben: War es wirklich so schlimm?
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03.April 2008
02.April 2008
Von: Gabriela
… braucht das Land? Jana Hensel hat ein neues Buch veröffentlicht, und ich muss gestehen, ich bin rundum erstaunt – über den Titel. Also: „Neue deutsche Mädchen“ klingt für mich...
… nun wirklich nach mangelndem Gespür. Habe mich gerade umgeschaut nach Erklärungen und bin dabei zunächst auf einen FAZ-Artikel von Johanna Adorján gestoßen, die schreibt:
„Irgendwas stimmt an der Haltung nicht. Da gibt es zwei neue Bücher über Feminismus, und eines heißt ‚Neue deutsche Mädchen‘, das andere ‚Wir Alphamädchen‘. Wenn man nun aber weiß, dass die Autorinnen (…) zwischen 25 und 36 Jahren alt sind, dann ahnt man, …“
Gut. Ich finde dieses „Mädchen“-Label, mit dem jüngere Feministinnen sich gerade Gehör verschaffen, zwar auch nicht ganz unproblematisch, mir ist aber schon klar, wo das herkommt. Ganz und gar nicht klar aber ist mir, wie man als Verlag auf die Idee kommen kann, Reflexionen zu einem neuen Selbstverständnis jüngerer Frauen in diesem Lande unter einem Titel zu veröffentlichen, der ja wahrscheinlich nicht nur bei mir nur ungute Assoziationen weckt – an etwas, das nicht nur rückwärtsgewandt war, sondern auch schlimm nach hinten los gegangen ist. Oder habe nur ich da jetzt ein Problem???
Ein sehr lesenswertes Interview mit Jana Hensel und ihrer Mitautorin Elisabeth Reather ist übrigens auf satt.org zu finden. Wirklich wunderbar kritische Fragen – nur bei der Titelfrage wird leider abgebremst.
Was Frauen wollen
02.April 2008
18.März 2008
Von: Gabriela Häfner
Gerade ist die Filmemacherin, Autorin und Performerin in aller Munde. Kein Wunder: Miranda July ist das Everybody`s Darling der amerikanischen Kulturszene und ihr Name kommt einem so wunderbar über die Lippen, wie sonst...
Bei der Brigitte ist ein Portrait zu finden, aber Vorsicht: Echte Miranda-Fans könnte das schwer verärgern: Es geht hier immerzu um „zartbesaitet“ und „verletzlich“, um das „Porzellanpuppengesicht“ der Künstlerin, ihre „Kulleraugen“ und eine „Rührmich-nicht-an-Blase“, die July vermeintlich umgebe. Puuuhhh! (Und ziemlich tief in das zarte Reizwäschefach als Schublade gegriffen, wie ich finde …).
Alternativen bietet da „ Die Zeit“, die schreibt: Miranda July schaffe es, gleichzeitig „solche Leute anzusprechen, die sich für Literatur begeistern, aber bitte auf der Höhe der Zeit; und solche, die sich für Lebenshilfe interessieren, aber bitte mit Niveau“ Fazit des Autors, bei dem man ruhig aufhorchen darf: „Miranda July ist der Brückenschlag gelungen zwischen dem New Yorker und der Brigitte – im Grunde ist sie damit die ideale Autorin für die Leser der ZEIT.“
(Kann mir jetzt jemand mal die Welt (pardon: „Die Zeit“) und ihre Brückenschläge erklären ..)
Gut. Auch der „Spiegel“ rühmt July und ihre gerade auf Deutsch erschienen Kurzgeschichten, und über die Künstlerin und Kaliforniens neue Hippie-Kultur kann man hier etwas lesen. Da geht es aber im Grunde auch nur um das eine:
Um die Entdeckung, dass „Die Zeit“ (ach was: alle Welt!) gerade Miranda July liebt (und wir übrigens auch ;-), vielen Dank Anke!).
Ach so: Irgendwo las ich, dass die Künstlerin dem Banalen „mirakulöse Züge“ abgewinne … und seit dem krieg ich Mayonnaise einfach nicht mehr … Help!
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18.März 2008
14.März 2008
Von: Bärbel Kerber
Hier geht es um die Beine von Haas und Charlottes Mitgefühl...
... oder auch: Spiegel-Redakteur Haas zwischen misslungener Körperoptimierung und halbem Hähnchen (höhö).
Reinschauen.
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14.März 2008
06.März 2008
Von: Gabriela Häfner
Besser Jungfrau bleiben – das ist die Botschaft, mit der an Schulen in den USA Teenager verunsichert werden. Denn wo es im Unterricht um sexuelle Aufklärung gehen sollte, werden vielfach einfach nur Ängste geschürt: vor...
Es ist ja bekannt, dass die Regierung Bush seit Jahren viel Geld in Kampagnen steckt, die zu Enthaltsamkeit vor der Ehe aufrufen — und nichts bringen. Denn natürlich schützt Prüderie unter Jugendlichen nicht vor den Folgen, die Sex haben kann (wenn es an Aufgeklärtheit eben leider grundlegend fehlt).
Gerade machte der „Tagesspiegel“ wieder auf das Thema aufmerksam: Die Kulturwissenschaftlerin Anke Bernau arbeitet an einer Studie, in der es um den „Mythos Jungfrau“ geht. Mit einem Seitenblick wird dabei auch die neue Keuschheitspolitik auf Korn genommen, die in den USA gerade Aufwind hat. Anke Bernau spricht hier von einem „beunruhigenden Trend“, in dem Artikel heißt es:
„Zum Thema ‚Jungfrau‘, das fällt ihr immer wieder auf, hat jeder eine Meinung – und kaum jemand meint das gleiche. Gemeinsam ist den meisten Deutungsversuchen der Ursprung in der christlichen Tradition. Religiöses Denken wirkt bis heute fort und schafft es in den USA sogar, die Unterschiede zwischen Republikanern und Demokraten einzuebnen. So werde an den Schulen nicht mehr grundsätzlich sexuell aufgeklärt, sondern vielfach einfach zur Abstinenz aufgerufen. Soziologen sehen darin eine gegen die Unterschichten gerichtete Politik: Ungewollt schwangere Jugendliche müssten sich zunehmend darauf einstellen, weniger Unterstützung vom Staat zu bekommen. Sie müssten für ihre individuellen ‚Fehler‘ persönlich gerade stehen.“
Der Artikel verweist aber auch auf viele andere spannende Blickwinkel zum Thema – und winkt schon mal ab. Auch wenn es bei Sandra Maischberger neulich schon um die Frage "Keuschheit statt Porno - brauchen wir eine neue Sexualmoral?" ging, sei eine regressive Wendung zum Ideal der Jungfräulichkeit in Europa nicht zu erwarten: „Das liege neben der fehlenden puritanischen Tradition auch an den Verlockungen der Konsumgüterindustrie. Die akzeptiert Jungfräulichkeit zwar als Marketing-Gag – ihr Interesse aber an Askese tendiere gegen Null.“
Was Frauen wollen
06.März 2008
03.März 2008
Von: Bärbel Kerber
Sie ist 21 Jahre alt und sagt Dinge wie: „Von Mädchen wird erwartet, dass sie Dornröschen lieben. Aber wer will schon Dornröschen mögen, wenn man Alladin sein kann?“ und bezeichnet sich ganz unverkrampft als Feministin.
Ellen Page ist eine erstaunliche junge Frau, die im oscargekrönten Film „Juno“ die Hauptrolle der ungewollt Schwangeren spielt. Im Guardian gibt es ein lesenswertes Porträt der Jungschauspielerin.
".. in films, men get roles where they create their own destiny and women are just tools, supporters for that," she says. "I guess it's because we live in a patriarchal society, where feminism is a dirty word." ....Page is happy to be described as a feminist, and is gobsmacked to have recently discovered that "40% of women in America or less" consider themselves feminists.
"If it's about equality for the sexes, then who wouldn't be?" she asks. ...: "As a girl, you're supposed to love Sleeping Beauty. I mean who wants to love Sleeping Beauty when you can be Aladdin?" ...„
Den Druck den Medien auf inbesondere Frauen heutzutage ausüben, findet sie im übrigen sehr ungesund. Sie sagt, sie hat keine Zeit für Klatschblätter übrig - u.a. weil sie dich schlecht fühlen lassen: "They just make you feel like crap and make you go out and buy things to fill that void. They propel the consuming machine."
Den gesamten Text kann man hier nachlesen.
Was Frauen wollen
03.März 2008
28.Februar 2008
Von: Gabriela Häfner
Frauen in Deutschland müssten gerade in mehreren Jahrzehnten zugleich leben, stellt Claudia Voigt in einem „Spiegel“-Artikel fest. Erst habe die Familienpolitik in diesem Lande so herumgedümpelt, als gäbe es kein...
Ein Schulsystem aus den Siebziger Jahren, das in der Hälfte des Tages an den Mittagstisch zwingt. Ein Unterhaltsrecht, das aus einer „emanzipierten Zukunft“ kommt – und nach der Scheidung Hausfrauen einfach auch mal im Regen stehen lässt. Und dazwischen: eine Politik, die hier und da zwischen Moderne und Biedermeier unschön ins Schlingern gerät.
Eine politische Linie sehe anders, kritisiert Claudia Voigt in ihrem Artikel. Und die Frauen und Familien seien derzeit die Leidtragenden: „Tatsächlich (…) haben Frauen und Mütter in Deutschland zurzeit nur die Wahl zwischen halbfertigen Konzepten und überholten Idealen.“ Wie sie sich da entschieden? Nun ja, viele versuchten im Heute und Morgen zugleich zu leben –eine Überforderung im Grunde für alle: „Wenn manche Bereiche des Lebens mit Kindern verändert und modernisiert werden, in anderen Teilen aber alles beim Alten bleibt, dann gerät der Alltag zur familienpolitischen Chaosverwaltung.“ Also am besten Kommando zurück? Oder doch lieber her mit den Krippenplätzen? Claudia Voigts Antwort findet man hier.
Was Frauen wollen
28.Februar 2008
19.Februar 2008
Von: Gabriela Häfner
Ach herrje, nun haben wir also noch eine (kleine) Schwester bekommen! Wobei von „klein“ natürlich nur bedingt die Rede sein kann: Das neue Frauen-Onlinemagazin www.mag-pearl.de will nämlich hoch hinaus, nicht nur auf...
Ist doch bekannt, dass gerade Schwestern oft sehr verschieden ticken, und ganz froh sind, sich nicht in die Quere zu kommen. Und MagPearl tickt – ohne Zweifel – ganz anders… als Miss Tilly. Auch wenn der Name des Magazins mich nachdenklich stimmt, ich gestehe, ich muss da sofort an dieses Waschmittel denken, was ja eigentlich nicht weiter schlimm wäre („Sie baden gerade Ihre Hände drin“ – ja, auch wir, nee, nicht in Megaperls …aber ähnlich), aber mal ehrlich: das ist jetzt Zufall, oder?
Ganz sicher kein Zufall dagegen ist aber das Programm, das hier geboten wird. Das volle Programm. Man könnte auch sagen, der ganze Trip quer durch „Mode & Beauty, Job & Karriere, Love, Kids und Zuhause“, und auch für den „Märchenprinzen“ und die „Männerstimme, die eine Gute-Nacht-Geschichte vorliest“ ist gesorgt. Was will man mehr? MagPearl sei „in Bildsprache und Aufbau an eingeführten Frauenzeitschriften“ orientiert, heißt es, und schon wenige Klicks genügen, um zu sehen, was herauskommt, wenn jemand so sehr der Peergroup am Rockzipfel hängt.
Überraschungen hat das Magazin also nicht im Repertoire, außer vielleicht die Zielgruppe, die es ansprechen möchte. Ein Rätsel: Es ist „berufstätig“ und „konsumaktiv“ – was ist das? Ja, ja, ja, das ist gar nicht so falsch! Auch wenn „die Frau von heute" natürlich ein Werbesprachenmurx von gestern ist – mit dem die Topbegriffe der Marketingbranche heute nicht so viel gemein haben wollen. Abgesehen von der Schrotflinte, mit der noch immer gezielt wird. Denn mal ehrlich: Sind wir nicht alle irgendwie „konsumaktiv“ – zumindest hin und wieder?
Was Frauen wollen
19.Februar 2008
03.Februar 2008
Von: Bärbel Kerber
Mitreden, Senf dazu geben, Feedback, Meinung kundtun, das alles geht auf MissTilly.de jetzt ohne lästiges Login – unbürokratisch, ratzfatz, ohne Zeit zu verlieren.
Als Neuerung auf MissTilly haben wir das Kommentieren vereinfacht und uns dazu entschlossen, dass dieses künftig ohne Einloggen und Registrieren möglich ist. Wir hoffen, dass die Kommentarfunktion dadurch eher angenommen wird und die Hemmschwelle, die eigene Meinung zu äußern, herabgesetzt wird. Wie das geht? Einfach am Textende „einen Kommentar schreiben“ anklicken, die Felder ausfüllen und abschicken – und schon ist der Kommentar für alle LeserInnen sichtbar. Einfacher geht’s nicht.
Hier herrscht Rede- und Meinungsfreiheit. Und trotzdem gilt: Ein Kommentar ist ein Kommentar ist ein Kommentar - und deshalb gelten für das Kommentieren auf MissTilly die üblichen Grenzen und dieselben Regeln wie hier im Blog.
Unsere Ohren sind gespitzt und wir sind ganz neugierig darauf, zu erfahren, was die LeserInnen denn so denken.
Also, worauf warten Sie noch..? ;-)
----- Foto von Alex- via photocase.com----------
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03.Februar 2008
29.Januar 2008
Von: Bärbel Kerber
Alles nur mal wieder Medienhype – oder was ist da? War es lediglich sein mysteriöser und früher Tod, der ihm nun eine Aura des Besonderen einhaucht? Also nur ein primitiver Reflex, einem neuen Star am Hollywoodhimmel...
Alles nur mal wieder Medienhype – oder was ist da? War es lediglich sein mysteriöser und früher Tod, der ihm nun eine Aura des Besonderen einhaucht? Also nur ein primitiver Reflex, einem neuen Star am Hollywoodhimmel nachzuweinen, weil dieser gut aussah und „es gar so ein tragisches Ende“ nahm? Vermutlich nein, denn „was Heath Ledger neben seinem Talent hervorhob, war seine erwachsene Art, die in kreativer Spannung stand zu seinem jungen Gesicht“, schreibt die FAZ und Todd Haynes sagte - in dessen aktuellen Film „I’m Not There“ Heath Ledger Bob Dylan spielt -, der 28jährige „sei in einer Welt, in der erwachsene Männer mit rückwärts gedrehten Baseballkappen herumliefen und nie erwachsen werden wollten, ein Mann von großer Reife„ gewesen.
Egal ob er nur einer von nicht wenigen jungen hochbegabten Schauspielern war, die früh starben (wie River Phoenix, James Dean, Marilyn Monroe) und dadurch zu Idolen wurden: Wenn es stimmt, dass er beharrlich Angebote ablehnte, die ihn auf die Rolle des Mädchenschwarms festlegten – und „Brokeback Mountain“ sowie seine nachfolgenden Filme sprechen dafür – dann gehört er jedenfalls zu dieser Sorte von Helden, die wir deshalb lieben, weil sie zeigen, dass es geht: An sich selbst zu glauben, sich den Schubladen verweigern - und irgendwann damit Erfolg zu haben; Und sich selbst treu bleiben, egal zu welchem Preis - selbst wenn der Zerrissenheit zwischen innerem Anspruch und äußerem Druck, sich anzupassen, nicht immer einfach standzuhalten ist.
P.S.: nach neuesten Erkenntnissen ist er an einem natürlichen Tod gestorben.
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29.Januar 2008