23.Januar 2008
Von: Bärbel Kerber
...wie ein Ruderclub.“
Gestern abend war Rainald Grebe bei den „Wühlmäusen“ in Berlin. Auf drei Stunden hat er es gebracht – und man hätte ihm gerne noch weiter zugehört und zugeschaut. Der Mann ist unglaublich gut. Jeder Text,...
...wie ein Ruderclub.“
Gestern abend war Rainald Grebe bei den „Wühlmäusen“ in Berlin. Auf drei Stunden hat er es gebracht – und man hätte ihm gerne noch weiter zugehört und zugeschaut. Der Mann ist unglaublich gut. Jeder Text, jede Zeile ein Volltreffer. Ein gelungener Wechsel, den er da betreibt zwischen bloßem Kalauer (Wenn Ägypten nicht mehr wär’, läg Kenia gleich am Mittelmeer), unsinnigen Reimereien und bitteren wie bösen Anspielungen auf unser Konsum-, Beziehungs-, Freizeitverhalten („Ich bin das Beste aus der 70'ern, 80'ern, 90'ern, ich bin das Beste von heute. Ich bin massenkompatibel.“). Manchmal möchte einem fast das Lachen gefrieren und dann, schon in der nächsten Sekunde wieder, ist er einfach nur albern-komisch.
Wie schrieb die Presse so treffend über ihn: „Grebe ist grausam und wäre längst gelyncht worden, würde er das Publikum mit seinen Dada-Kaspereien nicht nur besänftigen, sondern erheitern bis zum hysterischen Lachanfall.
Ich bin jetzt noch ganz erschöpft vom vielen Lachen. Rainald Grebe hat es wirklich drauf – und weitaus mehr und besseres als nur „Brandenburg“ und „Dörte“.
Was Frauen wollen
23.Januar 2008
20.Januar 2008
Von: Bärbel Kerber
Bild-Schreiber Wagner und unsere Justizministerin wagen sich todesmutig in den Untergrund und drehen ein Aufklärer-Video über riskante -U-Bahnfahren. Der Tenor: Wer sich tatsächlich und überhaupt noch nach Einbruch der Dunkelheit...
Bild-Schreiber Wagner und unsere Justizministerin wagen sich todesmutig in den Untergrund und drehen ein Aufklärer-Video über riskante -U-Bahnfahren. Der Tenor: Wer sich tatsächlich und überhaupt noch nach Einbruch der Dunkelheit in den öffentlichen Verkehrsmitteln der Hauptstadt bewegt, muss immer die Notrufsäule fest im Auge behalten. Die Bildzeitung macht eben mal wieder vor, wie sich manche Medien den verantwortungsvollen Umgang mit brisanten Themen vorstellen. Und Frau Zypries lässt sich auch noch vor den Karren solcher Angstmacherei spannen.
Innenansichten
20.Januar 2008
14.Januar 2008
Von: Gabriela Häfner
… und Michael Schumacher einen „Migrationshintergrund“ hat? Peter von Becker denkt in einem „Tagesspiegel“-Artikel über die sprachlichen Verdruckstheiten nach, mit denen hierzulande das Thema der...
Wo ein Politiker wie Roland Koch von „Beamtinnen und Beamten“ zu faseln beginnt, die ihren Dienst doch bitte schön ohne Kopftuch (!) anzutreten hätten, und wo ein Fußballer wie Mario Gomez von Medien auch mal als „deutsch-spanischer Nationalspieler“ (im DFB-Trikot!) gehandelt wird – geht vieles an den Dingen, die man eigentlich korrekt und quotenbewusst auf den Begriff bringen möchte, eher ressentimentgesteuert vorbei. Der Grund? Peter von Becker bringt ihn auf den Punkt:
„In unserem Sprachgebrauch, der ja nichts anderes als ein Spiegel des Denkens (…) ist, drücken sich Politspeak, Beamtendeutsch und Medienjargon weiterhin um die Konsequenzen der Einwanderung: Um die Folgerung, deutsche Staatsangehörigkeit nicht mehr als altes Blutrecht zu definieren, sondern auch als neu gewähltes, neu begründetes Staatsbürgerrecht – ohne ständigen, aussondernden Verweis auf ethnische oder kulturelle, religiöse Hintergründe“.
Wer den ganzen Artikel, lesen möchte – was sich sehr empfiehlt –, findet ihn hier.
Innenansichten
14.Januar 2008
13.Januar 2008
Von: Claudius Holzwarth
Die Öffentlichen zu benutzen ist immer wieder toll. Gestern zum Beispiel. Da saß ich auf dem Weg nach Hause im Bus und lauschte dem Gespräch hinter mir. Ich hab mich nicht getraut, mich umzudrehen um zu schauen, ich musste so...
Sag mal, warum war denn deine Freundin vorhin so komisch?
Die ist sauer.
Wieso?
Na ja, das ist eine längere Geschichte...
Du wir sitzen im Bus!
Nun, also neulich, da bin ich auch mit dem Bus gefahren, da bin ich aus Versehen einem Hund auf den Schwanz getreten.
Ja und?
Ja nun lass mich doch mal ausreden. Jedenfalls war der Hund dann bisschen sauer und hat mich ins Bein gebissen. Gar nicht schlimm eigentlich, aber der Besitzerin des Hundes war es echt peinlich und sie hat mich auf einen Kaffee eingeladen. Na ja war halt echt nett und so, und dann sind wir im Bett gelandet...
Ach jetzt versteh ich...
Ja und alles nur, weil ich diesem dummen Hund auf den Schwanz getreten bin!
Männerecke
13.Januar 2008
06.Januar 2008
Von: Bärbel Kerber
Nie gab es ein größeres Angebot in den Regalen der Zeitungskioske. Und nie war das Spektrum der Onlinemedien im Internet breiter. Wo geht es lang? Wie entwickelt sich der Journalismus weiter? Wieviel Platz ist da eigentlich noch...
Das fragt sich nicht nur das Team hinter MissTilly, sondern auch eine Runde von drei Machern ganz neuer Independent-Magazine. Was sie aus ihrer Sicht und Erfahrung erzählen, nun, das macht uns Mut!! Dort geht es lang zum gesamten Interview in der FAZ. Und die Essenz der Antworten, schon mal gleich hier:
„Bilden die heutigen Zeitschriften die Wirklichkeit nur ab oder schaffen sie neue?
Benjamin Ruth: Man schafft Realitäten durch seine Darstellung, durch die Haltung, die man bezieht. Die Haltung ist das Entscheidende, nicht nur für Magazine, sondern für Medien allgemein, um in der ganzen Flut von Titeln mit einer klaren, inhaltlichen Positionierung überleben zu können...
...
Markus Peichl: Es ist unbestreitbar, dass die Zukunft für den Zeitschriftenmarkt in den Nischenprodukten liegt.
...
Findet man so eine Nische oder erfindet man sie selbst?
...
Jörg Koch: Ich bezweifele, dass die Großverlage sich tatsächlich zur Nische umorientieren können, weil es ein kompletter Paradigmenwechsel für die ist. Die suchen eigentlich immer nach der Zielgruppe, auf die sie dann das Produkt ausrichten können. Im Gegensatz dazu gehen eigentlich alle interessanten Magazinneugründungen davon aus, dass sich die Leserschaft findet.
Was verändert sich denn inhaltlich durch das Internet?
Markus Peichl: Was deutschen Journalisten in der Ausbildung oder in den Redaktionen immer eingetrichtert wurde, war Journalismus von oben nach unten. Diese Zeit ist schlicht und einfach vorbei! Natürlich gibt es das immer noch, diese Attitüde des Herrschaftswissens, aber sie wird mit jedem Tag lächerlicher.
...“
Open-Sauce oder was?
06.Januar 2008
04.Januar 2008
Von: Claudius Holzwarth
Wie doof kann man(n) eigentlich sein...?
Ich dachte immer dass mich nicht mehr so viel überraschen kann aber dann habe ich das hier gefunden. Manchmal tut es mir echt leid ein Mann zu sein, gehöre ich wirklich zu einer Rasse die sowas macht?!
Für alle die nicht gleich klicken wollen, der Link führt zu einem Artikel der Bild in dem ein Bildleserreporter auf einer Erotikmesse einen dummen heldenhaften Wettbewerb dokumentiert, in dem sich männliche Pornodarsteller von einem Flammenwerfer grillen lassen. Wer am längsten in den Flammen aushält bekommt als Belohnung eine liebestunde mit einer schönen Frau. Die Verlierer dürfen sich mit Omas vergnügen...
Gute Nacht.
Anderswo
04.Januar 2008
24.Dezember 2007
Von: Claudius Holzwarth
Wie ich Weihnachten erlebe und überlebe
Der 24.12.2007 begann mit den Worten: Du musst noch einkaufen gehen, und komm mir bloß nicht ohne die Weihnachtsbaumkerzen nach Hause.
Na klar, ich gab meiner Freundin einen Kuss und machte mich ohne Frühstück auf den Weg. Die wichtigen Sachen wie Milch Eier und Mehl waren schnell gefunden, aber die Baumkerzen machten mir dann schon einige Schwierigkeiten...
Junger Mann, da hättense mal früher dran denken können wa! Guckense mal in det Regal da! Wat sehn se da? Nüscht!
So ging das in gefühlten 10 Geschäften. Bin dann doch noch fündig geworden. 10 Minuten vor Ladenschluss. Beim Türken. Kommt wohl außer mir keiner auf die Idee für Weihnachten dort einzukaufen. Ich hab mich kaum getraut zu fragen - Haben Sie zufällig noch Weihnachtsbaumkerzen? Das sind so kleine rote schmale Kerzen die man in den Baum hängen und anzünden kann?!
Hey Alter, hälste mir für bescheuert, klar ham wer sowas! Sonst noch wat? Nur Schweinefleisch hammer nich...
Macht nichts, meine Freundin ernährt sich vegetarisch!
Ach so, Hühnchen ist aber noch da!
Vegetarisch! No Meat, No Chicken No Fish!
Und was esst ihr dann?
25.12.2007
Meine Freundin hat auch einen Vater, nichts besonderes eigentlich aber bei dem befinden wir uns gerade. Familienbesuch quasi. In Essen. Auch hier steht im Wohnzimmer ein Weihnachtsbaum. Allerdings mit ganz komischen Kerzen. Ich hab dieses Jahr keine gescheiten Kerzen für den Baum gefunden, wird uns erklärt. Hätte ich das geahnt, gibt wohl keine Türken in in Essen?!
26.12.2007
Zum ersten mal in meinem Leben bin ich in Köln und im Kölner Dom. Genau jetzt macht macht die Batterie von meinem Fotoapparat schlapp... Freue mich auf ein Bier, um mal von diesem Familienweihnachtsstressflash runter zu kommen - und dann? Bier gibts hier in Köln nur in der 0,2 Liter Version! Trotzdem überall Touristen. Hoffentlich denken die nicht, dass das normal ist in Deutschland mit dem Bier...
Jetzt sind wir bei der Mutter meiner Freundin angekommen, Bier gibts hier auch keins, aber der Wein ist lecker.
28.12.2007
Weihnachten ist vorbei, aber meine Freundin und ich sind immer noch auf großer Deutschlandfamilientour. Gelegentlich würde ich mich gern mal wieder in mein eigenes Bett und so legen, ohne Familie nebenan aber noch sind wir eine Weile unterwegs - bis nächtstes Jahr auf jeden Fall noch.
Mein Vater hat heute schon zwei mal aufgeregt angerufen. Wann wir kommen und was es zu essen geben soll, meine Freundin würde doch kein Fleisch essen.
Nein sie isst kein Fleisch, aber sonst eigentlich alles. Ok und was ist mit Lachs zur Vorspeise?
Vegetarisch: No Meat, No Fish, No Chicken!
31.12.2007
Fast ein wenig wehmütig schreibe ich diese Zeilen. Es sind immerhin die letzten Zeilen, die ich in diesem Jahr wahrscheinlich schreibe. Der letzte Blogeintrag im Jahr 2007.
Bin mit meiner Freundin bei meiner Mutter. Wir kugeln uns nur noch so durch die Gegend. Gestern erst Kaffeetrinken beim 80. Geburtstag meiner Oma dann Raclette bei meinem Vater. Heute ruhiges Silvester mit Mehrgängemenu bei meiner Mutter. Das Gefühl hungrig zu sein kenne ich nicht mehr, hatte seit dem 24.12. keinen Hunger mehr.
Bald ist nächstes Jahr, bald sind wir wieder zu Hause.
Ich wünsche allen Lesern einen Guten Rutsch ins neue Jahr und ein schönes Jahr 2007!!!
Was Frauen wollen
24.Dezember 2007
06.Dezember 2007
Von: Bärbel Kerber
Es ist kaum zu glauben, schon ein ganzes Jahr MissTilly liegt hinter uns - mit großartigen Texten und schöner Resonanz von unseren LeserInnen.
Ich danke dem gesamten Team, das hinter MissTilly steht und dafür ein Jahr lang sorgte, dass alles so reibungslos funktionierte (oder zumindest es vorne niemand sah, wenn hinten mitunter verzweifelt gewirbelt wurde...). Ein dickes Danke an jeden einzelnen von euch!
Kommt, lasst uns feiern - es gibt Kuchen!!
Innenansichten
06.Dezember 2007
03.Dezember 2007
Von: Bärbel Kerber
Das Schöne am Netz ist, dass hier unbeirrt Leute ihr Ding machen und anderen einfach so zur Verfügung stellen.
Und das zunächst mal ohne Businessplan im Kopf oder gewinnträchtige Aussichten in den glasigen Augen. Manchmal besteht der einzige Nutzen darin, dass es schlichtweg nur schön anzusehen ist. Und sogar daran dürfen sich die Geister scheiden. Selbst wenn nicht jeder überzeugt ist, nicht alle gleich Hurra! schreien. Das web 2.0 gibt auch Ideen Raum, die nicht mehrheitsfähig sind. Und mal im Ernst: Es muss ja nicht alles jedem gefallen. Mir gefällt's jedenfalls und ich möchte dies hier heute mit Ihnen teilen. Der Tiltviewer. Und mehr über die Idee dahinter hier.

(Foto von den blogpiloten.de)
Open-Sauce oder was?
03.Dezember 2007
29.November 2007
Von: Gabriela Häfner
Schaut mal her, was ich entdeckt habe ... empörend!!!
Ein Artikel im Fluter, hier nachzulesen, der "Neue Magazine von und für Frauen" unter die Lupe nimmt. Gutes Thema, allein: In dem Text ist von diesem Möchte-gern-Pornoheft ( mit Jungs für Mädels drin) die Rede, von einem Männermagazin namens Front (das meint, es sei ein Frauenmagazin) und von so einigen anderen, aber ganz klar: nicht von uns!?
Wie kann das sein? Die feiern da ne Party, und wir sind nicht dabei???!!!
Sind wir etwa kein Frauenmagazin und was? Neu und alles! Können die beim Fluter nicht vernünftig recherchieren oder was ist da los?
Gut. Durchatmen. Und einfach mal nachfragen: Was machen eigentlich unsere Leserinnen (meinetwegen auch Leser) den ganzen lieben langen Tag so? Man kann doch nicht immer nur mit der einen abhängen ... Mut zu Abstechern! ... zur Not: Fluter! ... auch das, meintwegen ...
Gibt ja zum Glück die Möglichkeit zum Kommentar in dieser Welt, und das auch beim Fluter.
Innenansichten
29.November 2007